Wie sich das Nutzerverhalten beim Buchen von Kreuzfahrten verändert — und was das für die Branche bedeutet
von Liquid Ambient | Juli 2026
Die Kreuzfahrtindustrie boomt wie nie zuvor. Laut dem CLIA State of the Cruise Industry Report 2025 haben 2024 weltweit 34,6 Millionen Menschen eine Kreuzfahrt gebucht — ein Rekordwert. Für 2025 werden 37,7 Millionen Passagiere erwartet, und bis 2028 prognostiziert CLIA sogar 41,9 Millionen. J.P. Morgan Research schätzt, dass die Branche bis 2028 rund 3,8 % des globalen Urlaubsmarkts im Wert von 1,9 Billionen US-Dollar auf sich vereinen wird.
Doch hinter diesen Wachstumszahlen verbirgt sich ein tief greifender Wandel: Wer bucht, wie er bucht und vor allem, was er vor der Buchung sehen und erleben möchte, hat sich in den letzten zwei bis drei Jahren fundamental verändert.
1. Wer heute eine Kreuzfahrt bucht — und warum das die Spielregeln ändert
Kreuzfahrten galten lange als Domäne der Babyboomer. Dieses Bild stimmt nicht mehr. Laut CLIA 2025 sind heute 36 % aller Kreuzfahrenden unter 40 Jahren. Millennials und Gen Z sind die am schnellsten wachsenden Buchersegmente — und sie verhalten sich als Konsumenten fundamental anders als ältere Generationen.
Eine Studie des Loyalty-Technologieanbieters arrivia (September 2025, n=4.500) zeigt: 36 % der Millennials planen innerhalb der nächsten zwei Jahre eine Kreuzfahrt — der höchste Anteil aller Altersgruppen. Auch Carnival bestätigte in seinem Q1-2025-Earnings Call, dass „new-to-cruise“-Buchungen gegenüber dem Vorjahr um über 30 % gestiegen sind.
Was bedeutet das konkret? Diese neue Bucherschicht ist digital sozialisiert. Sie recherchiert nicht mit Broschüren, sondern mit Smartphone und Social Media. Sie vergleicht, zoomed in, lässt sich visuell überzeugen — oder klickt weg.
„Gen Z and Millennial search habits are changing rapidly, meaning searches via social media are becoming the go-to over traditional search engines.“ — The PHA Group, 2024
2. Was bei der Buchungsentscheidung wirklich zählt: Schiff oder Destination?
Eine häufig diskutierte Frage in der Branche: Buchen Gäste eine Kreuzfahrt wegen der Route — oder wegen des Schiffs?
Die Datenlage ist eindeutig, aber nuanciert. Laut einer Umfrage von Cruiseline.com und Shipmate unter über 7.000 Teilnehmern (2024) ist die Destination mit 36,6 % der meistgenannte Entscheidungsfaktor — vor dem Preis (26,4 %), der Reederei (22,9 %) und dem Schiff selbst (8,1 %).
Diese Zahlen klingen zunächst ernüchternd für alle, die auf das Schiff als Verkaufsargument setzen. Aber sie erzählen nur einen Teil der Geschichte.
Denn bei Luxus- und Premium-Reedereien verschiebt sich dieses Verhältnis erheblich. Wer 5.000, 15.000 oder 90.000 Euro für eine Suite ausgibt, bucht nicht primär ein Ziel — er bucht ein Erlebnis, eine Atmosphäre, ein Produkt. Das Schiff wird zum Hotel, zum Statussymbol, zur Entscheidungsgrundlage.
Hinzu kommt: Die zunehmenden Investitionen der Reedereien in das Schiff als Erlebnisraum — von Royal Caribbeans Icon of the Seas bis zu den Werftneubauten von Four Seasons Yachts, Explora Journeys oder Ulyssia — zeigen, dass die Branche selbst längst verstanden hat, dass das Schiff die entscheidende Differenzierung trägt.
3. Der digitale Rechercheprozess: Was Gäste vor der Buchung sehen wollen
Hier liegt der vielleicht wichtigste Wandel der letzten Jahre — und er wird von der Industrie noch immer unterschätzt.
Früher: Reisebüro, Broschüre, Empfehlung. Der Gast vertraute auf den Berater, der das Schiff kannte.
Heute: Eigenrecherche online. Laut CLIA buchen inzwischen 50,8 % der Kreuzfahrer direkt online bei der Reederei. Weitere 12,6 % über die Reisebüro-Website. Nur noch knapp ein Drittel bucht klassisch über einen persönlichen Berater.
Das bedeutet: Die digitale Darstellung des Produkts ist heute der wichtigste Verkäufer. Fotos, Videos, Reviews — und zunehmend: interaktive, immersive Inhalte.
Was Gäste im Vorfeld sehen wollen:
- Kabinengröße und Raumgefühl: Wie groß ist die Kabine wirklich? Passt ein Doppelbett bequem rein? Ist das Bad schmal?
- Außenbereiche: Pool, Sonnendeck, Aussicht — in welchem Zustand, wie belebt?
- Gastronomie: Wie ist die Atmosphäre in den Restaurants?
- Öffentliche Räume: Spa, Fitness, Lounges — was erwartet mich wirklich?
Fotos beantworten diese Fragen nur bedingt. Sie sind sorgfältig ausgewählt, weitwinklig geschossen und zeigen das Beste — nicht das Reale. Videos sind dynamisch, aber nicht interaktiv. Der Gast kann nicht selbst erkunden, nicht in seinen eigenen Rhythmus gehen, nicht die Perspektive wählen, die ihn interessiert.
4. Sind 3D-Rundgänge wirklich wichtig? Eine ehrliche Einschätzung
Ja — aber mit einer wichtigen Einschränkung: Der Markt steckt bei Kreuzfahrtschiffen noch in den Kinderschuhen. Das macht das Thema umso interessanter.
Für Hotels gibt es bereits belastbare Daten:
- Hotels mit virtuellen Touren verzeichnen laut verschiedenen Studien Buchungssteigerungen von 16 % bis 67 % (laut Branchenstudien)
- Properties mit immersiven 3D-Touren erzielen 14 % bis 48 % mehr Buchungsabschlüsse als solche mit 2D-Bildmaterial (laut Branchenstudien)
- Website-Besucher bleiben auf Seiten mit 3D-Touren 5 bis 10 Mal länger als bei reinem Bildmaterial
- 75 % der Reisenden geben an, virtuelle Touren als hilfreich bei der Buchungsentscheidung zu empfinden (laut Branchenstudien)
- Listings mit virtuellen Touren erhalten laut Google-Studie doppelt so viel Engagement wie solche ohne
Diese Zahlen stammen aus der Hotelbranche — und das ist kein Zufall. Direkte, großangelegte Studien zu 3D-Touren von Kreuzfahrtschiffen gibt es bislang kaum. Der Grund ist einfach: Vollständige 3D-Digitale Zwillinge von großen Kreuzfahrtschiffen — alle Decks, alle Kabinenkategorien, alle öffentlichen Räume als ein zusammenhängendes, navigierbares Modell — waren bis vor Kurzem technisch und logistisch eine Ausnahme, kein Standard. Die Datenlage folgt der Realität: Was nicht existiert, kann nicht gemessen werden. Das ändert sich gerade.
Was wir wissen: Gäste wollen ein Schiff verstehen, bevor sie buchen. Sie wollen nicht imaginieren — sie wollen sehen. Und wer ein Schiff einmal virtuell begangen hat, kommt mit einer völlig anderen Qualität der Vorfreude und der Erwartungshaltung an Bord.
Was das für die Buchungskonversion bedeutet: Ein 3D Digital Twin reduziert Unsicherheiten. Unsicherheit ist der wichtigste Feind der Buchungsentscheidung — besonders bei hohen Ausgaben. Wer für eine Suite auf einem Luxusschiff fünfstellige Beträge ausgibt, möchte sich nicht vorstellen müssen, wie die Kabine ist. Er möchte es wissen.
5. Wie sich das Buchungsverhalten weiter verändern wird
Mehrere Entwicklungen zeichnen sich klar ab:
Jüngere Bucherschichten dominieren zunehmend. Millennials und Gen Z werden in den nächsten fünf Jahren zur Hauptbucherschicht für Premium- und Luxuskreuzfahrten. Sie bringen höhere digitale Erwartungen mit, weniger Markentreue und eine niedrigere Toleranz für Informationslücken im Buchungsprozess.
Kürzere Entscheidungszyklen. Die Nachfrage nach kürzeren Kreuzfahrten (unter fünf Tagen) steigt stark, besonders bei Erstkruzfahrern. Kürzere Reisen bedeuten schnellere Entscheidungen — was die Qualität des digitalen Ersteindrucks noch wichtiger macht.
KI und Personalisierung. Buchungsplattformen werden zunehmend personalisierte Erlebnisse ermöglichen — von der Kabinenauswahl bis zur Restaurantempfehlung. Digitale Zwillinge, in die solche Personalisierungsschichten integriert werden, könnten der nächste Standard werden.
Reisebüro bleibt relevant — aber anders. Laut CLIA nutzen knapp 80 % aller Kreuzfahrer Reiseberater für ihre Buchung — aber sie kommen bereits informiert. Der Berater bestätigt die Entscheidung, er trifft sie seltener allein. Das bedeutet: Was der Gast online vor dem Beratungsgespräch gesehen hat, prägt die Erwartung, die der Berater dann erfüllen muss.
6. Was das für Reedereien konkret bedeutet
Die Botschaft ist einfach: Das Produkt muss digital erlebbar sein — bevor die Gangway eingehängt wird.
Wer als Reederei in neue Schiffe, aufwendige Refits oder exklusive Restaurantkonzepte investiert, hat diese Investition erst dann wirklich kommuniziert, wenn der potenzielle Gast sie auch erleben kann — ohne Bord zu sein.
Fotos zeigen das Beste. Videos zeigen Bewegung. Ein vollständiger 3D-Digitaler Zwilling zeigt die Wahrheit — und genau das baut Vertrauen.
Für Luxus- und Ultra-Luxus-Reedereien ist dieser Punkt noch kritischer. Wer für eine Residenz auf der Ulyssia einen zweistelligen Millionenbetrag investiert, oder für eine Suite auf Four Seasons Yachts einen fünfstelligen Tagespreis zahlt, hat jedes Recht, das Produkt vorher vollständig zu kennen.
Die Frage ist nicht mehr, ob 3D-Touren von Kreuzfahrtschiffen die Buchungsentscheidung beeinflussen.
Die Frage ist: Warum ist das Schiff noch nicht begehbar?
Warum Liquid Ambient der richtige Partner ist
Die Frage, die sich viele Reedereien stellen: Wer kann das überhaupt liefern?
Ein vollständiger 3D-Digitaler Zwilling eines großen Kreuzfahrtschiffs ist kein Fotoshooting und kein Videodrehtag. Es ist ein logistisch und technisch hochkomplexes Projekt — mit Hunderten von Kabinen in Dutzenden Kategorien, engen Gängen, verspiegelten Oberflächen, wechselnden Lichtverhältnissen und einem Schiff, das sich bewegt.
Liquid Ambient ist nach aktuellem Kenntnisstand die einzige Agentur, die ganze große Kreuzfahrtschiffe vollständig als zusammenhängende 3D-Digitale Zwillinge realisiert hat — nicht einzelne Räume, nicht ausgewählte Decks, sondern das gesamte Schiff.
Die Beispiel- Referenzen sprechen für sich:
- Gesamte AIDA-Flotte — jedes Schiff, vollständig digitalisiert
- Mein Schiff Relax (TUI Cruises) — wenige Tage nach Werftübergabe live
- Mein Schiff Flow (TUI Cruises) — live innerhalb von Tagen nach der Fincantieri-Übergabe in Monfalcone
- Mein Schiff 7 (TUI Cruises) — gescannt während einer Live-Überfahrt mit 2.900 Gästen an Bord, auf See zwischen den Kanarischen Inseln und Hamburg
Dieses letzte Projekt illustriert vielleicht am besten, was den Unterschied macht: Liquid Ambient hat Workflows entwickelt, die es ermöglichen, ein Schiff im laufenden Betrieb zu scannen — ohne Trockendock, ohne leere Gänge, ohne Unterbrechung des Kreuzfahrtbetriebs. Vibrationen der Maschinen, Spiegeloberflächen im Spa, Gäste im Bild — all das ist lösbar, wenn man die richtigen Prozesse hat.
Für Reedereien, die ihren Gästen ein vollständiges digitales Erlebnis ihres Schiffs bieten wollen, bevor diese an Bord gehen, gibt es bislang keinen vergleichbaren Partner.
Die Buchungsentscheidung fällt vor der Gangway. Liquid Ambient sorgt dafür, dass das Schiff dort schon wartet.
Quellen
- CLIA State of the Cruise Industry Report 2025, Cruise Lines International Association (cruising.org)
- J.P. Morgan Research: Cruise Industry Outlook (jpmorgan.com)
- Cruiseline.com / Shipmate Member Survey 2024, via Travel Industry Wire
- arrivia: „View from the Cabin: The Trends Shaping the Modern Cruise Experience“, September 2025
- Morning Consult: „How Gen Z and Millennials Feel About Cruise Lines“, Februar 2025
- EY-Parthenon: „How Cruise Lines Can Win Gen Z“, 2023/2026
- Internova Travel Group Research, Januar 2026, via Recommend.com
- AAA: „Record 19 Million Americans Projected to Cruise This Year“, Januar 2025
- The PHA Group: „How to Market to Cruise Ship Passengers“, Dezember 2024
- Foto: La Spezia-TUI MS7
FAQ
Häufige Fragen rund um Matterport-Touren auf Kreuzfahrtschiffen, 3D-Digitale-Zwillinge für Reedereien und die Zusammenarbeit mit LIQUID AMBIENT:
Was ist ein digitaler Zwilling eines Kreuzfahrtschiffs?
Ein digitaler Zwilling eines Kreuzfahrtschiffs ist eine vollständige, maßstabsgetreue 3D-Kopie des gesamten Schiffs – von der Kabine über die Außendecks bis zu den Crew-Bereichen. Erstellt mit dem Matterport Pro3-Scanner und LiDAR-Technologie, ermöglicht er eine realistische, navigierbare Online-Tour. Passagiere, zukünftige Crew-Mitglieder und Reisebüros können das Schiff virtuell erkunden – dies verbessert die Customer Journey und steigert nachweislich Buchungsraten und Conversion.
Welche Kreuzfahrtschiffe hat LIQUID AMBIENT bereits digitalisiert?
Liquid Ambient hat z.B. die gesamte AIDA-Flotte – inklusive AIDAnova und AIDAcosma (Helios-Klasse), AIDAprima und AIDAperla (Hyperion-Klasse) sowie mehrere Schiffe der Sphinx-Klasse – als vollständige 3D-Digitale-Zwillinge erfasst. Für TUI Cruises wurde die Mein Schiff Relax digitalisiert; die Mein Schiff Flow und weitere Schiffe der TUI-Flotte sind bereits in Umsetzung.
Warum ist das Matterport-Scanning auf Schiffen so schwierig?
Wie lange dauert der Scan eines kompletten Kreuzfahrtschiffs?
Was kostet ein Matterport-Scan eines Kreuzfahrtschiffs?
Kann LIQUID AMBIENT auch Hotels und andere Hospitality-Immobilien scannen?
Ist ein Scan auch während des Werftaufenthalts (Trockendock) möglich?
Über Liquid Ambient
Seit über 15 Jahren zählt Liquid Ambient zu den Technologieführern im Bereich 360°- und 3D-Touren. Das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart, Baden-Württemberg, realisiert maßgeschneiderte virtuelle Erlebnisse für internationale Hotelketten, Reedereien und touristische Destinationen. Modernste Scan- und Rendering-Technologien – darunter Matterport Pro3, LiDAR und High-End-CGI – führen zu mehr Sichtbarkeit, besserer Conversion Rate und einer optimierten Customer Journey. www.liquidambient.com
Planen Sie ein Schiffs- oder Hotelprojekt?
Ob Werftaufenthalt im Trockendock, Turnaround Day oder laufender Betrieb – wir entwickeln das passende Logistik- und Scan-Konzept für Ihr Vorhaben.





